Die Fujifilm X100T und das Universum

Eigentlich fand ich die Astrofotografie schon immer faszinierend, hatte mich bisher aber zu wenig mit ihr beschäftigt und war demzufolge auch nur geringfügig dahin gehend aktiv.
Aufgrund von Lichtverschmutzung hier in der Gegend und Faulheit war es auch etwas schwierig die nötige Motivation ausfindig zu machen, die irgendwo in mir schlummert und dafür sorgt, dass ich, sofern sich die Gelegenheit bietet, einfach mal nachts losziehe, dem Licht entweiche und bisschen leuchtende Punkte im Himmel fotografiere.
Bisher war es immer nur Zufall, dass ich bei klarem Nachthimmel eine Kamera griffbereit hatte…
es sollte sich vorerst auch nichts daran ändern.

Bei einem kleinen Firmenausflug im erzgebirgischen Sayda war es dann mal wieder soweit. Am Lagerfeuer sitzend bemerkte ich irgendwann, dass der Himmel vollkommen klar war und außer Feld, Wald und ein paar kleinen Laternchen am Wegesrand keinerlei andere Lichtquellen ihr Unwesen trieben.

Da ich mit so einer Situation überhaupt nicht gerechnet hatte (ich sollte es in Zukunft tun), hatte ich weder Stativ, noch SLR, noch sonst irgendwas, außer meiner X100T, dabei.
Die X100T kann glücklicherweise so gut wie alles außer Sportaufnahmen und so ging ich Richtung Feld – weit, weit weg vom Lagerfeuer – und fand einen ziemlich fest sitzenden Baumstamm, der mir die Erlaubnis erteile, ihn als Stativ zu nutzen.
Die Kamera lag dann sozusagen auf dem Rücken, nach oben gerichtet, auf dem Baumstamm.

Um ein möglichst ruhiges Foto zu schießen, musste ich, abgesehen von hoher ISO, langer Belichtungszeit und einer möglichst offenen Blende noch einen Zeitauslöser von 2 Sekunden einstellen, damit ich beim loslassen des Auslösers keine Erschütterungen verursache und somit das Foto dann später halbwegs scharf ist.

Lange Belichtungszeit bedeutet hier maximal 30 Sekunden sofern man nichts besitzt, um die Erdrotation auszugleichen (Der Baumstamm konnte das leider nicht). Im allgemeinen bedeutet das grob: je länger die Belichtung, desto mehr Sterne sind dann später sichtbar.
Je nachdem wie das Rauschverhalten des Sensors ist, sollte man auch die ISO wählen. Ab 800 sollte man schon gute Ergebnisse erzielen können. Nach oben gibt es eigentlich keine Grenzen, solange der Sensor mitspielt.
Empfehlenswert ist es auch immer in RAW zu fotografieren, da man bei maximal 30 Sekunden höchstwahrscheinlich noch ein paar Nachbearbeitungen vornehmen muss, um ein schönes Ergebnis zu erzielen.

Ich habe dann während des Fotografierens festgestellt (weil ich es bis dahin nicht wirklich brauchte), dass das Einstellrad für Belichtungszeit zwar nur maximal 1s und Bulb kann, habe dann aber, spitzfindig wie ich bin, das »T« entdeckt. Mit diesem, dem hinteren Einstellrad und dem eigenen Daumen kann man dann bis zu 30 Sekunden automatisch belichten.
Ein klassisches »Learning by Doing«-Szenario!

Nachdem ich die Fotos zu Hause in Ruhe durchgeguckt habe, musste ich feststellen, dass die Fuji X100T durchaus für, sagen wir mal, »einfache« Astrofotografie geeignet ist.

Habt ihr gut gemacht, Fuji!

Leave a message

Your email address will not be published. Required fields are marked *